Der übermäßige Einsatz von Antibiotika ist eine der Hauptursachen für das Auftreten multiresistenter Erreger. Der Rhein-Kreis-Neuss, der seine Aktivitäten im INTERREG Projekt „EurHealth-1Health“ abgeschlossen hat, hat nun ein Video mit dem Titel „Bazillen killen – mit weniger Pillen“ erstellt. Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky betont: „Innerhalb des Projekts haben wir uns gemeinsam in der deutsch-niederländischen Grenzregion dafür eingesetzt, dass Patienten wirksam gegen multiresistenter Bakterien geschützt werden. Dabei haben wir zusammen mit den Krankenhäusern und der Kassenärztlichen Vereinigung den Fokus auf den Antibiotika-Verbrauch in der Region gerichtet.“

Eins der Ergebnisse: In größeren Städten wie Mönchengladbach und Krefeld werden mehr Antibiotika verordnet als in den ländlichen Regionen. Im Vergleich zu seinen Nachbarkreisen und -städten liegt der Rhein-Kreis Neuss mit einer Verordnungsdichte von 13,9 Tagesdosen pro 1.000 Einwohner im Mittelfeld. Am meisten Antibiotika wurden in Neuss und Grevenbroich verschrieben; in Kaarst dagegen war der Verbrauch am geringsten.
Mankowsky erläutert, dass die Antibiotikaverordnungen vor allem mit der Niederlassungsdichte zusammenhängen. Insbesondere Internisten, HNO-Ärzte, Urologen und Kinderärzte verordnen das Präparat. Er appelliert an Pharmahersteller, Ärzte und Apotheker und vor allem auch an Patienten, Antibiotika mit Augenmaß einzusetzen. „Nur bei einem verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika können wir der Resistenzbildung von Keimen vorbeugen“, macht Mankowsky deutlich.